“Ich schlachte nur fürs Haus. Eigenhändig. Ich mach es kurz und möglichst ohne Zeugen: Ich schäme mich. Doch was soll ich mit dem jährlichen Nachwuchs machen, da ich schon einmal mit Schafen lebe, sie mir die größeren Wiesenflächen kurz halten, weiße und braune Wölkchen im Gegenlicht des sinkenden Abends, unter der großen Linde gegen Westen, die Ruhe selbst. Heimatglöckchen läutend. Außerdem esse ich ihr Fleisch gerne feiertags mit Freunden. Niemand würde sie so wie ich, kurz und ohne Panik, töten können. Nur mir, der ich sie hüte, sind sie so vertraut. Also töte ich sie. Oft überlegte ich eine Formel, Opferformel, kam aber zu keiner. Nur schweigen ist möglich. Vielleicht denkend: Wie ich dich töte, bin ich bereit getötet zu werden. Immer noch Heuchelei: Wer sollte in diesen Gegenden und Zeiten mich so töten?! Also sage ich beruhigend, während ich Stirn, Wangen, Schnauze und Hals streichle, dort schon das Fell beiseite schiebe, damit die Schneide des Messers geringen Widerstand findet: Sei ganz ruhig, es ist gleich vorbei. Das ist meine ganze Kunst, denke ich, während sie auszappeln.”
.Ruhe in Frieden, Aramis.
.danke.












